Die häufigsten Trainingsfehler: Erkennt Ihr Euch wieder?
Die häufigsten Trainingsfehler im Alltag
Heute möchte ich über die häufigsten Trainingsfehler aufklären. In meinen Beratungen und Kursen sehe ich immer wieder die gleichen Muster. Die gute Nachricht: Die meisten Fehler lassen sich mit etwas Wissen und etwas Aufmerksamkeit schnell korrigieren. Wie viele davon erkennt Ihr bei Euch wieder?
1. Falsches Timing
Die Belohnung muss innerhalb von ein bis zwei Sekunden auf das gewünschte Verhalten folgen, sonst verknüpft Euer Hund sie mit etwas ganz anderem. Ein Klassiker: Ihr ruft den Hund zurück, er kommt, und erst nach fünf Sekunden Suche in der Tasche gibt es das Leckerli. In der Zwischenzeit hat er geschnüffelt, sich geschüttelt oder umgeschaut. Gelernt hat er dann, dass genau das richtig war.
2. Unerwünschtes Verhalten wird verstärkt oder mit Aufmerksamkeit bestätigt
Hunde wiederholen, was sich für sie lohnt. Zieht Euer Hund an der Leine und Ihr kommt schneller voran, lohnt sich das Ziehen. Springt er Besucher an und wird dabei auch noch angeschrien, ist das aus Hundesicht keine Strafe, sondern immerhin Aufmerksamkeit. Ignoriert, was Ihr nicht wollt, und belohnt konsequent die Alternative: vier Pfoten am Boden, lockeres Mitlaufen, ruhiges Begrüssen.
3. Fehlendes Wissen über die Körpersprache der Hunde
Hunde kommunizieren lange, bevor ein Problem sichtbar wird: Lecken, Gähnen, Blick abwenden oder den Kopf abdrehen sind oft frühe Stresssignale. Wer sie nicht liest, trainiert in einem Moment, in dem der Hund gar nicht lernfähig ist, und wundert sich dann über fehlende Fortschritte. Mehr dazu auch in meinem Beitrag zu den Eckpfeilern eines guten Hundetrainings.
4. Verhalten könnte sich von selbst wieder verbessern
Nicht jedes auffällige Verhalten ist ein Trainingsproblem. Gerade junge Hunde durchlaufen Entwicklungsphasen, etwa Angstphasen, und finden von selbst wieder zurück, wenn Ihr sie gelassen dabei begleitet. Wer jetzt mit vollem Druck dagegen trainiert, erzeugt oft erst das Problem. Beobachten, bewerten, dann handeln.
5. Falsche Ernährung
Überraschend oft liegt hinter Unkonzentriertheit, Unruhe oder Reizbarkeit nicht der Trainingsstand, sondern das Futter. Ich habe dazu einen ausführlichen Beitrag geschrieben: Oftmals unterschätzt: welche Rolle spielt die Ernährung beim Training meines Hundes?
6. Strafen statt Training
Bestrafung unterbricht ein Verhalten höchstens kurz, löst aber nicht die Ursache. Häufig versteht der Hund gar nicht, wofür er bestraft wird, verknüpft die Angst aber mit Menschen, Hunden oder der Situation. Die Beziehung wird belastet und das Problem wird oft grösser statt kleiner. Erfolgreich ist, wer eine Alternative aufbaut und diese belohnt.
7. Die Signalkontrolle fehlt
Sitz im Wohnzimmer ist noch kein Signal unter Kontrolle. Ein Signal funktioniert erst dann, wenn es überall und unter Ablenkung zuverlässig gezeigt wird. Baut jede Übung Schritt für Schritt auf: erst ohne Ablenkung, dann mit mehr Ablenkung, an neuen Orten, mit Distanz und Dauer. So entsteht echte Signalkontrolle statt Zufallstreffer.
Erkennt Ihr Euch in dem einen oder anderen Punkt wieder? Keine Sorge, das ist völlig normal. Genau an diesen Grundlagen arbeiten wir in unseren Kursen. Hier findet Ihr unser Kursangebot.
Eure Jennifer und das Swiss Dog School Team





Kommentare