Eckpfeiler eines guten Hundetrainings
Warum wir heute mehr denn je ein gutes Hundetraining brauchen
Heutzutage verlangen wir immer komplexere Verhaltensweisen von unseren Vierbeinern. Waren sie vor Jahrzehnten noch zu unserem Schutz, zur Jagd und zu unserer Gesellschaft für uns da, erwarten wir heute oft einiges mehr von ihnen.
Wir möchten sie in überfüllte Trams setzen, sie ihre Hundeleine durch die Stadt tragen lassen, Kunststückchen vorführen lassen, um unseren Besuch zu erfreuen, oder gar immer freundlich sein zu allen Artgenossen, die wir auf unseren Spaziergängen antreffen.
Oftmals sieht die Realität jedoch anders aus. Unsere Hunde sind gestresst, verunsichert, kommunizieren ihr Befinden, ohne dass wir genau verstehen, was es aussagt, zeigen ihr eigentliches Normalverhalten, für welches wir sie schliesslich extra gezüchtet hatten (Bellen, Jagen zum Beispiel), welches für uns jedoch in der heutigen Gesellschaft wiederum unerwünschtes Verhalten geworden ist. Die Ansprüche sind hoch, jedoch lassen wir unsere Hunde oftmals im Dunkeln darüber, wie sie diese Hochleistungen erreichen können. Daraus resultiert oft Unsicherheit und später, wenn es immer mehr eskaliert, aggressives Verhalten.
Nun, wie können wir hier vorgehen und vermeiden, dass wir uns und unsere Vierbeiner überfordern? Indem wir uns an den folgenden Eckpfeilern eines guten Hundetrainings orientieren:
1. Management
Situationen vorausschauend planen
Geht in erster Linie immer davon aus, dass Euer Hund noch nicht weiss, wie er gewisse Situationen so absolviert, dass Ihr mit ihm zufrieden sein könnt. Wir gehen immer davon aus, dass unser Hund dies und das schaffen muss. Wie soll er jedoch wissen, wie man sich richtig verhält, wenn er diese Situationen noch gar nicht kannte oder bisher immer in Euren Augen falsch absolviert hat?
Trainingsequipment kennen und nutzen
Ein Trapezkünstler zum Beispiel übt seine neuen Kunststücke auch immer abgesichert mit doppeltem Boden und Netz. So müsst Ihr es Euch bei Euren Hunden auch vorstellen.
Bevor ich meinen Hund von der Leine lassen kann, sollte ich die wichtigsten Übungen dafür trainiert haben, zum Beispiel den Rückruf mit Ablenkung. Das braucht Zeit und Geduld, welche Ihr unbedingt aufbringen solltet. Auch bei Besuchersituationen draussen oder bei Euch zu Hause ist es wichtig, den Hund erst einmal noch abzusichern, bevor er es schafft, seine Energie und Eure Besucher zu ignorieren oder nicht zu überschwenglich zu begrüssen.
Eignet Euch Wissen an über die Körpersprache und die Bedürfnisse Eures Hundes. Wer versteht, was sein Hund kommuniziert, erkennt Stress früh und kann Situationen entschärfen, bevor sie eskalieren.
2. Training
In kleinen Schritten aufbauen und Erfolge belohnen
Ein neues Signal entsteht in kleinen Schritten: erst ohne Ablenkung im Wohnzimmer, dann im Garten, auf der Strasse, im Wald und schliesslich mitten in der Stadt. Jeden Mini-Erfolg belohnen. Kurze, regelmässige Trainingseinheiten von ein paar Minuten bringen mehr als lange Einheiten, an deren Ende Hund und Halter frustriert sind. Beendet jede Einheit mit einer Übung, die Euer Hund sicher kann, so endet das Training mit einem Erfolgserlebnis.
Konsistenz in der ganzen Familie
Ein Signal, eine Bedeutung. Wenn Hier für den einen Halter das Rückrufsignal ist und die Partnerin gleichzeitig Komm benutzt, lernt der Hund doppelt so langsam. Einigt Euch als Familie auf die gleichen Zeichen und Regeln und haltet sie konsequent ein. Euer Hund wird es Euch mit Verlässlichkeit danken.
3. Strafe, Korrektur und Abbruch
Eine Unterbrechung oder ein Abbruch hat ihren Platz, wenn es darum geht, Gefahr abzuwenden, bevor etwas passiert. Aber: Ein Abbruch lehrt Euren Hund nichts Neues. Er sagt ihm nur, was gerade nicht gehen soll, nicht aber, was er stattdessen tun soll.
Bestrafung geht oft nach hinten los. Der Hund versteht häufig gar nicht, wofür er bestraft wird, verknüpft die Angst aber sehr wohl mit Menschen, Hunden oder der Situation. Die Beziehung leidet, Vertrauen geht verloren, und statt die Ursache zu lösen, bekämpft Ihr nur das Symptom. Bei Angst oder Aggression kann Strafe das Problem sogar verstärken.
Der bessere Weg: überlegt, welches Verhalten Ihr Euch stattdessen wünscht, und baut dieses Schritt für Schritt auf und belohnt es. Belohnt das, was Ihr Euch wünscht, statt nur zu korrigieren, was Euch nicht passt.
Wenn Ihr diese drei Eckpfeiler im Blick behaltet, schafft Ihr die Basis für ein entspanntes und vertrauensvolles Zusammenleben mit Eurem Hund. Und wenn Ihr bei einem Punkt nicht weiterkommt: hier findet Ihr unser Kursangebot, wir beraten Euch auch gern individuell.
Eure Jennifer und das Swiss Dog School Team





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