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Oftmals unterschätzt: welche Rolle spielt die Ernährung beim Training meines Hundes?

Das Thema der Ernährung liegt mir ganz besonders am Herzen. Ein Grossteil meiner Therapie- und Trainingsgespräche hat mit der richtigen Ernährung der Hunde zu tun, dies jedoch nur als ein Teil des Ganzen. Ich versuche Euch mit diesem Blogbeitrag mal einen Überblick meiner Arbeit und der Betrachtungsansätze zu verschaffen.

Generell schaue ich mir in den Beratungen mit meinen Kunden immer 3 Bereiche genau an:


I. Hundetraining

Hierbei stelle ich mir die folgenden Fragen:

Was brachte das bisherige Training? Wo gibt es Timing- oder Technikfehler?

Wo haben wir unerwünschtes Verhalten gar verstärkt, anstatt dieses zu vermeiden?

Kennt der Hund die Signale überhaupt, kann er Kommandos sicher ausführen?

Werden auch alle "Zutaten für ein erfolgreiches Hundetraining" berücksichtigt bzw. sind diese überhaupt bekannt?


II. Gesundheit des Hundes

Bevor ich mir hier Gesundheitsaspekte anschaue, betrachte ich jedoch auch immer noch wie alt der Hund ist und was seine rassespezifischen Krankheitsrisiken ausmachen könnten. Neben den Trainingsaspekten schaue ich noch das Gesamtbild des Hundes an. Gibt es Erkrankungen (entdeckt oder gar unentdeckt)? Wie ist sein Gangbild, wie seine Magen-Darm-Gesundheit? Wissen über die Grundaspekte der Gesundheit des Hundes ist hier entscheidend. Wir betrachten auch immer den Impf- und Entwurmungskalender genau bzw. checken auch, ob hier gar auf Kosten des Hundes übertrieben wird? Da habe ich immer ein paar gute Tipps zum Überprüfen parat.


II. Ernährung

Dieser Punkt macht tatsächlich einen Grossteil Eures Trainingserfolges aus!

Wie bemerke ich denn überhaupt, ob mein Hund gut und ausreichend mit Nährstoffen in seiner Ernährung versorgt ist und ob ich einen unerkannten Allergiker habe. Denn Allergien bei den Hunden auf ihre Nahrungsmittel wirken sich oftmals in einer Art aus, die man nicht als Allergie erkennt. Der Hund ist unkonzentriert, hat Schmerzen die er mit überreaktivem Verhalten zeigt und ist mit sich und seiner Welt überhaupt nicht in der Balance.


Die Hundeernährung kann generell in verschiedenen Formen erfolgen. Dies müsst Ihr ganz individuell für Euch entscheiden, Euch auch über alle Formen mal beraten lassen und letztlich dann über längere Zeit (Wochen, Monate) ausprobieren. Egal ob BARF, Trocken-, Nassfutter oder selbst für den Hund Kochen / Dünsten. Alle Ernährungsformen haben ihre Berechtigung und zeigen Erfolge, bzw. haben sie auch wieder gesundheitliche und praktische Aspekte. Jedoch können auch viele Fehler passieren.


Ich habe Fälle von Falschernährung bei allen dieser Formen gesehen und man muss immer im Gesamtkontext alles betrachten können. Ich hatte Hund in der Beratung, da war BARF die einzige Möglichkeit eine Magen-Darm-Entzündung zu behandeln und dem Hund endlich wieder eine gute Magen-Darm-Gesundheit zu ermöglichen. Ich habe aber auch Fälle gehabt, bei denen Verhaltensauffälligkeiten (z.B. starke Reizempfindlichkeit) durch fehlende Kohlenhydrate im BARF die Ursachen hatten. Dies konnte man dann rasch beheben, indem etwas in der Rezeptur verändert wurde. Wenn man dies jedoch nicht erkennt, doktert man oft am Verhalten des Hundes herum ohne überhaupt die Ursachen behandeln zu können. Euer Hund muss dann mit Unwohlsein und Schmerzen sehr komplexe Aufgaben erfüllen und sich seinem Schicksal fügen. Ein Hund mit Unwohlsein oder Schmerzen kann auch nicht nachhaltig und konzentriert lernen und gut trainieren. Dann ist Euer Training und all die Stunden Zeitaufwand tatsächlich "für die Katz".


Auch bei Trockenfutter gibt es Gefahrenpotential, denn heutzutage sind viele Hunde allergisch auf die enthaltenen Proteinquellen (das sind Fleischsorten, vor allem reagieren Hunde oft auf Huhn, Lachs und Rind) oder auf die Konservierungsstoffe im Futter.

Auch wenn man ein vermeintliches Futter ohne Huhn kauft, hat es wenn man genau die Inhaltsstoffe durchliest dann irgendwo wieder Anteile von Huhn drin, auf die der Hund letztlich reagiert. Hier berate ich Euch gerne persönlich und schaue mir Euer Futter mit allen Inhaltsstoffen an.

Mein Labrador Lucky ist sehr allergisch auf Proteine und ich habe verschiedene Marken und Ernährungsformen ausprobiert und die für uns stimmige Marke gefunden. Meist ist dieser Prozess eine lange Reise auf Kosten des Vierbeiners und man muss ihn immer wieder über längere Zeit beobachten und verschiedene Faktoren einbeziehen.


Letztlich schaue ich immer diese Dinge bei dem Hunden an und wie sich sein Futter auf ihn auswirkt:


1. Haart der Hund nach der Umstellung mehr oder hat er ein gut sitzendes Haarkleid? (natürlich muss man schauen, ist grad Fellwechselzeit, dann haaren sie immer etwas mehr)


2. Glänzt das Fell schön? Glänzendes Haar (auch beim Menschen übrigens) ist ein Indikator für gute Gesundheit. Es sollte immer von "innen" heraus glänzen also ohne dass ich Öle von "aussen" ins Haarkleid geben muss, damit dieses glänzt. Auch kastrierte Hunde haben die Möglichkeit über gute Ernährung ihr glänzendes Haarkleid zu erhalten.


3. Ist der Kot regelmässig und von fester Konsistenz? (also maximal 3x pro Tag, je nachdem wie oft ich meinen Hund füttere) Und ist es eher weniger Kotabsatz als zu viel? Denn oftmals wenn der Hund die Nährstoffe nicht verwerten kann, muss man ihm sehr viel füttern und das Futter kommt dann trotzdem 1:1 wieder raus in der Menge. Dies wäre ein Anzeichen dafür, dass man hier vielleicht einen Wechsel in Betracht ziehen sollte.


4. Ist der Hund ausgeglichen und kann sich gut konzentrieren? Wenn man sich sicher ist, ein gutes Training mit dem Hund zu absolvieren, die Gesundheit stimmt und dass man unruhiges Verhalten nicht versehentlich konditioniert / verstärkt hat, dann sollte ein Hund sich gut konzentrieren können und ausgeglichen sein, seine Umwelt freudig erkundigen wollen. Wenn das nicht der Fall ist oder der Hund sehr reizempfindlich ist, könnte auch hier das falsche Futter eine Ursache sein.


5. Fängt mein Hund an mehr Dinge vom Boden zu fressen (vor allem auch Pferdekot, anderen Kot etc.)? Dies wäre ein Anzeichen dafür, dass er sich Nährstoffe sucht oder das neue Futter so unappetitlich für ihn ist, dass er sich über andere Dinge Genugtuung suchen muss.


6. Riecht mein Hund unangenehm? Ein gesundes Lebewesen ist mit sich im Einklang und dementsprechend riecht er gut. Hunde müssen generell eher nur selten gebadet werden, da sich ihr Fell selbst reguliert. Wenn mein Hund "mieft" könnte auch hier der Grund dafür eine falsche Ernährung sein.


Wenn diese Punkte ein gutes Ergebnis erzielen, hast Du ein gutes Futter gefunden für Deine Fellnase. Falls nicht, kannst Du uns gerne kontaktieren und wir beraten Dich individuell.


Eure Jennifer und das RUDELHUNDE Hundeschule Zürich - Team!



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